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Framed art

“Ein Bild ohne Rahmen ist wie eine Seele ohne Körper”
– Vincent van Gogh.

Einer der frühesten Rahmen stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Ein in Hawara in einem ägyptischen Grab gefundenes Fayumporträt ist mit einem Holzrahmen versehen. Dieser Fund gibt Anlass zur Vermutung, dass die Mumienporträts möglicherweise auf den Wänden ihrer Besitzer hingen, eher sie zu Grabbeigaben wurden. Obwohl die ägyptischen und griechischen Künstler der Antike Bordüren als Rahmen verwendeten, um die Szenen und Ornamente auf der Keramik sowie auf den Wandmalereien zu trennen, kamen die ersten geschnitzten Holzrahmen in der heute bekannten Form im 12. und 13. Jahrhundert in Europa bei kleinen Maltafeln zur Verwendung.

Wie in der Picture Frame Magazine in einer historischen Abhandlung berichtet wird, wurden diese frühen Maltafeln mit Rahmen in einem Stück gefertigt. Die zu bemalende Fläche wurde eingetieft, dadurch entstand ein erhöhter Außenrand wie bei einem Tablett. Dieser wurde grundiert und vergoldet, zuletzt wurde die Vertiefung bemalt.

Cadre_LouvreNachdem man realisierte, dass die Erstellung des Bildes und Rahmens auf der gleichen Holztafel zu kostspielig war, wurde eine effizientere Methode erarbeitet, indem Zierprofile mit Eckverbindungen verwendet wurden. Die Profile wurden an eine flache Holztafel befestigt; das Ergebnis sah einer eingetieften Tafel ähnlich, war jedoch billiger. Die Rahmen dieses Typs waren fest mit dem Bild verbunden. Die frühesten Rahmen wurden aus schlichten Holzprofilen gefertigt, die am Außenrand der Holztafel befestigt wurden. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden in Europa die Rahmen in erster Linie für Kirchen bestellt und waren meistens unbeweglich, weil sie zum Altarbild gehörten und einen wichtigen Teil der Kirchenarchitektur bildeten. Die Rahmen wurden mit Architekturelementen verziert, die die Außenarchitektur der Kathedralen nachahmten. Im 14. und 15. Jahrhundert gab es während der Renaissance in Italien zum ersten Mal Kunstpatrone auch außerhalb der Kirche. Vermögende Adelige, wie z. B. die Familie der Medicis, statteten jetzt ihre Domizile mit Kunstwerken aus, indem sie allegorische Gemälde, Andachtsbilder und Porträts bestellten. Aus dieser Zeit stammen die transportfähigen Bilderrahmen.

In der Zeit des französischen Königs Franz I., der Frankreich 1515–1547 als erster Renaissancemonarch regierte, wurde Kunst zu einem wichtigen Bestandteil des alltäglichen Lebens. Die Blütezeit der Kunst wurde zugleich zur Blütezeit der Bilderrahmen. Aus Italien kamen viele Handwerker nach Frankreich, um sich am dortigen Kunstleben zu beteiligen, darunter auch Leonardo da Vinci, der gegen Ende seines Lebens auf Zureden von Franz I. Italien verließ. In dieser Zeit wurden die Bilderrahmen vorwiegend von Tischlern, nicht mehr wie früher von Künstlern, Bildhauern oder Architekten entworfen. Bücher über Möbeln und Inneneinrichtung wurden publiziert und fanden mehr Nachfrage als je zuvor.

Barokke_lijst

Während der Regierungszeit des französischen Königs Ludwig XIII. 1610–1643 wurde die Gestaltung der Bilderrahmen vorwiegend vom raffinierten Hofstil beeinflusst. Die Profile wurden dünner als bei den italienischen Vorgängern und auf die Rahmen wurden mit fortlaufenden Ornamenten wie z. B. Kymation, Band- und Blätterornamenten sowie Basrelief-Eckengestaltungen verziert. Diese ebneten den Weg für die aufwändig geschmückten Barockbilderrahmen, wobei sich die Einflüsse der spanischen, flämischen und italienischen Kunst vermischten und Ideen wechselseitig übernommen wurden.

Bilderrahmen als Kunstwerke waren in den orthodoxen Ländern (z. B. in Russland und Serbien) hoch entwickelt, wo sie in den Kirchen zum Abdecken der Ikonen Verwendung fanden.

-Wikipedia-